Politkrimi Brüssel

Skrupellose Macht: Wenn ein Vermisstenfall zur Staatsaffäre wird

Manchmal beginnt ein Kriminalfall ganz leise: mit einer Verabredung, zu der jemand nicht erscheint. In Skrupellose Macht von Pia Stangier wird aus dem Verschwinden einer jungen Sekretärin ein gefährlicher Blick hinter die Kulissen europäischer Macht.

Marla Richter will eigentlich nur helfen. Ihre Tante Greta macht sich Sorgen um Katrin Wübbers, die in Brüssel für den EU-Abgeordneten Olaf Gessner arbeitet und plötzlich spurlos verschwunden ist. Doch Gessner ist tot, angeblich an einem Herzinfarkt gestorben, und Katrin war diejenige, die ihn an seinem Schreibtisch gefunden hat. Was zunächst wie ein persönliches Drama aussieht, entwickelt sich rasch zu einem Politkrimi über Korruption, Machtmissbrauch und Vertuschung in der EU.

Eine Ermittlerin wider Willen

Marla ist keine professionelle Detektivin. Gerade das macht sie interessant. Sie ist verletzt, eigensinnig, manchmal unvorsichtig und doch beharrlich genug, um nicht lockerzulassen. Ihre Suche führt sie in das Brüsseler Machtzentrum, in Büros, Hinterzimmer, Tiefgaragen und in eine politische Atmosphäre, in der niemand so harmlos ist, wie er zunächst erscheint.

An ihrer Seite steht nicht etwa ein verlässlicher Ermittler, sondern Philipp Guiader, Chef des Sicherheitsdienstes im EU-Parlament. Ein Mann, der einschüchtert, schützt, verbirgt und verführt. Seine Rolle bleibt lange schillernd. Ist er Gegner, Helfer oder Teil jenes Systems, dem Marla auf die Spur kommt?

Brüssel als Schauplatz der Macht

Der eigentliche Sog dieses Romans entsteht dort, wo die persönliche Suche in politische Gefahr umschlägt. Marla entdeckt Hinweise, die der verstorbene Abgeordnete Gessner verborgen hielt. Geheimdokumente, zweifelhafte Todesumstände und ein undurchsichtiges Geflecht aus Einfluss und Loyalitäten verdichten sich zu einer Frage: Wie weit gehen Menschen, wenn Macht, Ruf und Vermögen auf dem Spiel stehen?

Gerade darin liegt die Stärke von Skrupellose Macht. Der Roman erzählt nicht Politik als Kulisse, sondern Politik als gefährlichen Raum. Brüssel erscheint als Ort, an dem öffentliche Ideale und private Interessen unheilvoll ineinander übergehen. Wer dort zu viel weiß, lebt gefährlich.

Inspiriert von wahren Ereignissen

Im Autoreninterview mit dem Verleger sagt Pia Stangier: „Die Handlung meines Romans ist durch wahre Gegebenheiten inspiriert, die sich Ende der 1990er Jahre in den EU-Institutionen ereigneten.“ Genau dieser historische Resonanzraum verleiht dem Buch seine besondere Schärfe. Wer mehr über den tatsächlichen politischen Hintergrund erfahren möchte, findet dazu auch unseren Beitrag über den EU-Skandal von 1999 als Vorlage des Romans.

Damit ist der Roman mehr als ein spannender Kriminalroman. Er berührt ein tiefes Leserbedürfnis: den Wunsch, hinter die Fassaden der Macht zu blicken. Wir wollen wissen, was verborgen wird. Wir wollen erleben, dass Wahrheit nicht vollständig erstickt werden kann. Und wir wollen Figuren begleiten, die sich nicht einschüchtern lassen.

Ein Politthriller mit weiblicher Wucht

Marla Richter ist keine glatte Heldin. Sie stolpert, zweifelt, begehrt, irrt sich und macht weiter. Gerade dadurch trägt sie den Roman. Zwischen EU-Parlament, Korruptionsaffäre, geheimer Recherche und persönlicher Verunsicherung entsteht eine Spannung, die nicht nur aus der Frage lebt, wer Gessner getötet hat, sondern auch daraus, wem Marla überhaupt noch trauen kann.

Buchcover Skrupellose Macht von Pia StangierWer einen Politthriller über Brüssel, EU-Kommission, Korruption und Machtmissbrauch sucht, findet in diesem Buch eine Geschichte, die unterhält und zugleich beunruhigt. Pia Stangier verbindet Krimispannung mit politischem Hintergrund und einer Hauptfigur, die sich ihren Weg durch ein System bahnt, das lieber im Dunkeln bliebe.

Das Buch ist als gedruckte, also kartonierte Ausgabe (ISBN 978-3-910347-13-7) und als EPUB (ISBN 978-3-910347-14-4) im Buchhandel oder hier im Verlagsshop erhältlich.

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