Die Fremden geben ihm Brot. Dafür brauchen sie seinen Mut.

Die Fremden geben ihm Brot. Dafür brauchen sie seinen Mut.

Manchmal beginnt ein großes Abenteuer mit dem Augenblick, in dem jemand endlich wieder Hoffnung schöpft. In Die Jagd nach dem Brot von Stefan Schröder scheint dieser Moment gekommen, als fremde Bauern den schwer verletzten Kierk finden. Sie nehmen ihn auf und pflegen ihn gesund. Doch hinter ihrer Hilfe steht eine Erwartung, die den jungen Jäger bald vor eine gefährliche Entscheidung stellen wird.

Eine Heimat, die keinen Schutz mehr bietet

Buchcover von Die Jagd nach dem Brot von Stefan Schröder

Norddeutschland, 5500 v. Chr.: Kierk gehört zu den Gojdo, einem Jäger- und Sammlervolk. Im Wald weiß er sich zu bewegen. Er kennt die Aufmerksamkeit, die eine Jagd verlangt, und die Gefahren abseits vertrauter Wege. In seiner eigenen Familie findet er dagegen wenig Sicherheit. Sein Halbbruder Tabu macht ihm das Leben schwer. Als beide um Sirte, die Tochter des Feuerwächters, werben, verschärft sich ihre Feindschaft.

Dann beschuldigt Tabu ihn eines schweren Vergehens bei der Herbstjagd. Für Kierk steht plötzlich sein Leben auf dem Spiel. Mit Sirtes Hilfe gelingt ihm die Flucht. Doch die vertraute Gemeinschaft liegt nun hinter ihm, und draußen wartet niemand, der ihm einen sicheren Schlafplatz verspricht. Seine Fähigkeiten als Waldläufer werden zur Voraussetzung dafür, überhaupt den nächsten Tag zu erleben.

Brot aus einer unbekannten Welt

Nach Entbehrungen und schweren Verletzungen begegnet Kierk Menschen, deren Alltag ihn staunen lässt. Sie wohnen in festen Häusern, halten Tiere und bestellen Felder. Wo er Wald erwartet, haben sie Flächen gerodet. Nahrung wächst dort, wo Menschen säen und arbeiten. Und aus Getreide entsteht etwas, das für ihn neu ist: Brot.

Dieser Wechsel der Perspektive macht den historischen Abenteuerroman aus der Steinzeit besonders reizvoll. Was uns selbstverständlich erscheint, wird durch Kierks Augen wieder erstaunlich. Ein Haus ist plötzlich ein Versprechen von Beständigkeit. Ein Acker erzählt von einer anderen Beziehung zur Natur. Gleichzeitig entdeckt Kierk, dass auch diese Lebensweise Unsicherheit und Abhängigkeiten mit sich bringt.

Die Hilfe der Fremden hat einen Preis

Die Bauern brauchen Verbündete. Ihr Fürst Egrie steht im Konflikt mit einem benachbarten Machthaber und setzt auf Kierks Verbindung zu den Gojdo. Ausgerechnet der junge Mann, der seinen eigenen Leuten entkommen musste, soll nun ihre Krieger gewinnen. Die Rettung führt ihn damit in ein Geflecht aus Erwartungen, Feindschaften und persönlichen Interessen.

Wem kann Kierk vertrauen? Was schuldet er den Menschen, die ihn aufgenommen haben? Und wie weit darf Dankbarkeit gehen? Solche Fragen treiben die Handlung voran. Hinter der Aussicht auf einen Krieg stehen Menschen, deren Wünsche einander widersprechen. Kierk muss genauer hinsehen, als es auf der Jagd jemals nötig war.

Zwischen erster Liebe und eigener Entscheidung

Auch Tünda, Egries Tochter, macht ihm die fremde Welt zugänglich. Sie pflegt ihn, bringt ihm die Sprache bei und weckt Gefühle in ihm. Zugleich bleibt Sirte Teil seiner Geschichte. Erste Liebe und die Suche nach Zugehörigkeit verbinden sich mit der Frage, welches Leben Kierk überhaupt führen möchte.

Im Interview mit dem Verleger Christian Leeck vom September 2022 erklärt Schröder: „Der Roman ist zuerst als spannende Abenteuer- und Liebesgeschichte konzipiert.“ Genau diese Verbindung trägt das Buch: Gefahr und Nähe, Flucht und Hoffnung greifen ineinander. Wer Kierks innere Konflikte näher kennenlernen möchte, findet im Beitrag über Kierks Weg vom Außenseiter zum verantwortlichen jungen Menschen einen weiteren Zugang zur Figur.

Ein Abenteuer, das Fragen hinterlässt

Autor Stefan Schröder vor einem Bücherregal

Stefan Schröder verbindet anschauliche Naturbeobachtungen mit einer Geschichte über Bewährung und Selbstbestimmung. So entsteht ein Steinzeitabenteuer für Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene, das neben Jagd, Flucht und drohendem Krieg Raum für persönliche Entscheidungen lässt. Kierks größte Herausforderung bleibt dabei offen: einen eigenen Weg zu finden, wenn andere längst darüber entschieden zu haben glauben.

Das Buch ist als gedruckte, kartonierte Ausgabe (ISBN 978-3-910347-06-9) und als EPUB (ISBN 978-3-910347-07-6) im Buchhandel oder hier im Verlagsshop erhältlich.

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